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Sharing Economy weltweit: Die besten Mietplattformen in UK, USA, Frankreich und mehr

Vermieten Vincent Schulz 18. Juni 2026 Aktualisiert: 18. Juni 2026 9 min
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Sharing Economy weltweit: Die besten Mietplattformen in UK, USA, Frankreich und mehr

Das Teilen von Dingen ist kein deutsches Phänomen — und auch kein neues. Was sich verändert hat, ist die Infrastruktur: Plattformen, die Vertrauen zwischen Fremden skalierbar machen. In diesem Artikel schauen wir uns an, welche P2P-Mietplattformen international führend sind, was sie richtig machen — und was Deutschland von diesen Märkten lernen kann.

📍 Du suchst Plattformen für Deutschland? Dieser Artikel behandelt internationale Märkte. Den direkten Vergleich von Kleinanzeigen, Fainin, Erento und Mietzekater findest du hier: Vermietplattformen in Deutschland im Vergleich →

Der globale Markt: Zahlen und Kontext

Die globale Sharing Economy hat 2025 ein Volumen von schätzungsweise 335 Milliarden US-Dollar erreicht — mit starkem Wachstum in den Segmenten P2P-Mobilität, Technik-Equipment und Outdoor-Ausstattung. Dabei ist der Markt stark fragmentiert: Es gibt keine einzige globale Plattform, die für Alltagsgegenstände das ist, was Airbnb für Unterkünfte ist.

Was es stattdessen gibt: eine Reihe regionaler Champions, die in ihrem jeweiligen Markt eine solide Position aufgebaut haben.


Großbritannien: Fat Llama

Fat Llama ist die bekannteste P2P-Mietplattform in UK und gilt international als Benchmark für das Segment. 2016 in London gegründet, hat sich die Plattform auf Technik, Kameras, Audio- und Filmequipment spezialisiert — Kategorien mit hohen Anschaffungspreisen und sporadischem Bedarf auf Mieterseite.

Was Fat Llama richtig macht: Jedes Inserat bekommt eine öffentlich indexierbare URL, Versicherungsschutz bis zu £30.000 ist im Buchungsflow integriert, und die Plattform hat den Verifizierungsprozess für Mieter konsequent aufgebaut. Das Ergebnis ist ein Marktplatz, dem sowohl Vermieter als auch Mieter strukturell vertrauen können.

Der Fokus ist klar: Fat Llama ist primär eine London-first Plattform mit Expansion in andere britische Städte und NYC. Wer außerhalb dieser Märkte vermieten möchte, findet dort kaum aktive Nachfrage.

✅ Stärken
  • Versicherungsschutz bis £30.000 integriert
  • Spezialisierung auf High-Value Equipment
  • Starke Markenbekanntheit in UK
  • Öffentlich indexierbare Inserate
❌ Grenzen
  • Kaum außerhalb von London und NYC aktiv
  • Kategorienfokus auf Tech/Kamera — kein Allrounder
  • Nicht verfügbar für den deutschen Markt

Niederlande: Peerby

Wer die Geschichte der Sharing Economy kennt, kennt Peerby. Die 2012 in Amsterdam gegründete Plattform war eine der ersten, die das Konzept des “Leihen von Nachbarn” in eine skalierbare App-Form brachte — und damit international Aufmerksamkeit erhielt.

Peerby begann als kostenloses Leihmodell (Nachbarn helfen Nachbarn), entwickelte sich dann mit Peerby Go in Richtung bezahlte Kurzzeitvermietung. Was bleibt: eine starke Community in niederländischen Städten, ein tief verankertes kulturelles Verständnis für das Teilen, und eine Plattform, die in ihrer Nische funktioniert.

Die Niederlande gelten in Europa als Vorreitermarkt — hohe Bevölkerungsdichte in Städten, kulturelle Offenheit für das Teilen mit Unbekannten, und eine frühe staatliche Förderung von Sharing-Economy-Konzepten haben diesen Markt beschleunigt.


Frankreich: Getaround (ehem. Drivy)

Im Segment private Autovermietung hat Frankreich mit Drivy eine europäische Erfolgsgeschichte geschrieben. Drivy wurde 2010 in Paris gegründet und baute einen der ersten großen europäischen P2P-Automarktplätze auf — mit Vollkaskoversicherung pro Buchung, einfachem Buchungsflow und einer aktiven Community in Frankreich, Deutschland, Spanien und UK.

2019 wurde Drivy vom US-Unternehmen Getaround für rund 300 Millionen US-Dollar übernommen und in die globale Getaround-Plattform integriert. Das Unternehmen operiert heute unter dem Getaround-Brand in über 170 Städten weltweit.

Was das für Vermieter bedeutet: Im Segment private PKW-Vermietung ist Getaround der internationale Standard — mit echter Buchungsautomatisierung, integrierter Versicherung und großer Mieter-Community. Wer ein Auto auf Zeit vermieten möchte, ist hier besser aufgehoben als auf einer Generalisten-Plattform.


USA: Fragmentierter Markt, starke Nischen-Champions

Der US-amerikanische Markt ist zu groß für eine einzige Plattform — und zu divers. Was sich herausgebildet hat: eine Reihe von Nischen-Champions die in ihrer Kategorie dominieren.

PlattformKategorieModellBesonderheit
TuroPKW-VermietungP2PGrößter P2P-Automarktplatz Nordamerikas, IPO 2024
OutdoorsyWohnmobile / RVP2PVersicherung + Pannenhilfe integriert
Fat Llama (US)Technik / EquipmentP2PNYC-Expansion der britischen Plattform
SpinlisterFahrräder / Outdoor-SportP2PFokus auf Surf, Ski, Bikes — stark in Tourismusdestinationen

Was im US-Markt auffällt: Nischen-Plattformen performen besser als Generalisten. Turo hat mehr aktive Nutzer als jede Generalisten-App, weil der Fokus auf eine Kategorie Vertrauen und SEO-Stärke schafft. Outdoorsy dominiert RVs mit derselben Logik. Das ist ein Muster, das sich in anderen Märkten wiederholt.


Schweden: Hygglo

In Schweden hat sich Hygglo als P2P-Mietplattform für Alltagsgegenstände etabliert — Werkzeug, Freizeitausstattung, Haushaltsgeräte. Gegründet 2016, ist Hygglo ein gutes Beispiel dafür, wie ein skandinavisches Land den Sharing-Economy-Gedanken konsequent in ein funktionierendes Plattformmodell übersetzt hat.

Besonders: Schweden hat eine der höchsten Akzeptanzraten für Sharing-Konzepte in Europa — getrieben durch eine Kultur der Nachhaltigkeit und des Ressourcenteilens, die tief im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert ist. Hygglo profitiert davon mit einer überdurchschnittlich aktiven und vertrauensbasierten Community.


Schweiz: Sharely

Die Schweiz hat mit Sharely eine eigenständige P2P-Mietplattform, die sich klar als lokaler Marktführer etabliert hat. Sharely deckt ein breites Kategoriespektrum ab — von Outdoor-Equipment über Werkzeug bis zu Partyausstattung — und hat eine aktive Community aufgebaut, die auf den kleinen, aber kaufkraftstarken Schweizer Markt zugeschnitten ist.

Was Sharely interessant macht: Die Plattform funktioniert ohne die Skalierungsprobleme größerer Märkte. Der Schweizer Markt ist überschaubar genug, dass Netzwerkeffekte früher einsetzen — weniger Nutzer braucht es, damit Angebot und Nachfrage zusammenkommen.

Österreich: Lokale Lücke

In Österreich gibt es keine vergleichbar etablierte Plattform für allgemeine P2P-Vermietung. Österreicher nutzen primär willhaben.at — das österreichische Pendant zu Kleinanzeigen — für Gelegenheitsvermietungen, mit denselben strukturellen Nachteilen: kein Buchungsflow, keine Zahlungsabwicklung, kein Vertrag. Eine spezialisierte österreichische Mietplattform mit nennenswerter Marktdurchdringung existiert bislang nicht.


Was unterscheidet diese Märkte von Deutschland?

Drei Faktoren erklären, warum P2P-Mietmärkte in UK, Niederlande und USA weiter entwickelt sind:

1. Regulatorische Klarheit: In UK und USA wurden früh klare rechtliche Rahmenbedingungen für P2P-Transaktionen geschaffen. In Deutschland war die Rechtslage bei Privat-zu-Privat-Vermietung (Haftung, Steuer, Versicherung) lange unklar — was Vermieter abgeschreckt und Plattformaufbau erschwert hat.

2. Kulturelles Vertrauen: Die Niederlande und Skandinavien haben eine generell höhere Bereitschaft, Gegenstände mit Unbekannten zu teilen. In Deutschland überwiegt — historisch gewachsen — ein stärkeres Sicherheitsbedürfnis, das explizite Infrastruktur (Verifizierung, Vertrag, Versicherung) voraussetzt, um Vertrauen aufzubauen.

3. Tech-Adoption und Netzwerkeffekte: UK und USA hatten früher eine kritische Masse an Smartphone-Nutzern in dichten Städten — die Grundvoraussetzung für Netzwerkeffekte auf Sharing-Plattformen. Deutschland hat diesen Rückstand aufgeholt, aber der Markt ist erst jetzt reif genug für spezialisierte Plattformen.


Fazit: Jeder Markt braucht seine eigene Lösung

Die Erkenntnis aus dem internationalen Vergleich: Copy-paste funktioniert nicht. Fat Llama ist nicht auf Deutschland übertragbar, Peerby nicht auf USA, Turo nicht 1:1 auf Europa. Was dagegen funktioniert: eine Plattform, die lokal tief verwurzelt ist — mit Infrastruktur die auf die spezifischen rechtlichen, kulturellen und technischen Bedingungen des Marktes zugeschnitten ist.

Für Deutschland bedeutet das: Ausweisverifizierung, digitaler Mietvertrag, automatische Rechnung und lokale Google-Sichtbarkeit sind keine Nice-to-haves — sie sind die Mindestanforderung für eine Plattform, der Vermieter und Mieter tatsächlich vertrauen.

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Häufige Fragen

Was ist die größte P2P-Mietplattform weltweit?

Es gibt keine einzige globale Marktführerin wie Airbnb für Wohnungen. Der Markt ist stark fragmentiert: Fat Llama dominiert im UK für Technik und Kamera-Equipment, Getaround (ehem. Drivy) bei Autos in Europa und den USA, Peerby in den Niederlanden, Hygglo in Schweden. Jedes Land hat eigene Plattformen, die lokal gewachsen sind.

Kann ich als Vermieter in Deutschland Fat Llama oder Peerby nutzen?

Fat Llama und Peerby sind primär auf den britischen bzw. niederländischen Markt ausgerichtet und eignen sich nicht als Hauptplattform für Vermieter in Deutschland. Für den deutschen Markt sind Mietzekater, Fainin oder Kleinanzeigen die relevanten Optionen — mehr dazu im deutschen Plattformvergleich.

In welchem Land ist die Sharing Economy am weitesten entwickelt?

Die Niederlande gelten als europäisches Vorreiterland — Peerby entstand dort bereits 2012 und prägte das Konzept des Leihens von Nachbarn. In absoluten Zahlen ist der US-Markt am größten. Großbritannien hat mit Fat Llama eine der technisch ausgereiftesten P2P-Plattformen für Alltagsgegenstände entwickelt.

Warum gibt es in Deutschland keine so große P2P-Mietplattform wie Fat Llama in UK?

Kulturelle und regulatorische Unterschiede spielen eine Rolle: Datenschutzbewusstsein, Haftungsfragen und eine generell höhere Skepsis gegenüber dem Teilen mit Unbekannten haben das Wachstum verlangsamt. Gleichzeitig ist der deutsche Markt fragmentiert über viele Kategorien — Autos, Werkzeug, Eventausstattung — ohne eine dominante Plattform die alles abdeckt. Das ist die Lücke, in die Mietzekater stößt.

Vincent Schulz
Vincent Schulz
Co-Founder, Mietzekater

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